YouGov-Umfrage im Auftrag von Lichtblick Seniorenhilfe

München
7. Mai 2026
© Lichtblick

YouGov-Umfrage im Auftrag von Lichtblick Seniorenhilfe e.V.: 73 Prozent halten 1.500 Euro netto im Alter für das Minimum

92 Prozent erwarten mehr Altersarmut

70 Prozent sorgen sich um die eigene finanzielle Lage im Alter

 

München – 7. Mai 2026:  Die Rentendebatte in Berlin ist spätestens seit Friedrich Merz´ jüngsten Aussagen wieder in vollem Gange. Damit dürften auch die Erwartungen an die Rentenkommission für eine grundlegende Reform zur Altersabsicherung steigen. Wie sich diese und weitere Erwartungen zur Rentendebatte innerhalb der Bevölkerung aktuell darstellen, zeigt eine repräsentative YouGov-Umfrage im Auftrag von Lichtblick Seniorenhilfe e.V. unter 2.178 Wahlberechtigten, die vom 10. bis 13. April 2026 durchgeführt wurde.

 

Die größte Sorge sitzt in der Mitte der Gesellschaft 

Altersarmut ist in Deutschland längst keine Sorge nur am Rand. 88 Prozent der Befragten halten sie für ein großes Problem in Deutschland. 92 Prozent gehen davon aus, dass sie in den kommenden zehn Jahren häufiger vorkommen wird als heute. 70 Prozent sorgen sich schon heute um ihre eigene finanzielle Lage im Alter. Besonders groß ist die Verunsicherung dort, wo das Rentensystem gerade getragen wird: in der Mitte des Erwerbslebens. In allen Altersgruppen der Befragten unter 70 Jahren geben über 70 Prozent an, um ihre finanzielle Situation im Rentenalter sehr oder eher besorgt zu sein. Bei den 40- bis 49-Jährigen sind sogar 42 Prozent sehr besorgt. Damit ist klar: Die Menschen erwarten keine Beschwichtigungen, sondern echten Schutz vor Altersarmut. Das zeigt nicht zuletzt das Ergebnis, dass 73 Prozent der Deutschen mindestens 1.500 Euro netto im Alter für das Minimum halten, um im Rentenalter den Lebensunterhalt zu bestreiten – mehr als die aktuelle Armutsgefährdungsschwelle, die 2025 in Deutschland bei 1.446 Euro netto im Monat für Alleinstehende lag.


Weitere wichtige Ergebnisse auf einen Blick:

  • 73 Prozent lehnen eine weitere Erhöhung des Renteneintrittsalters ab
  • 65 Prozent sehen den Staat in der Hauptverantwortung im Kampf gegen Altersarmut
  • 56 Prozent befürworten ein staatlich gefördertes Vorsorgeprodukt
  • 12 Prozent würden keinerlei Hilfe im Alter annehmen


Klare Botschaft an die Politik

Die Studienergebnisse senden ein deutliches Signal an die aktuell tagende Rentenkommission. 65 Prozent der Befragten sehen den Staat in der Hauptverantwortung, um Altersarmut entgegenzuwirken, nur 25 Prozent jeden Einzelnen selbst. Für Lichtblick Seniorenhilfe zeigt die Studie: Die Menschen wollen keine Debatte über immer neue Zumutungen, sondern konkrete Antworten auf eine wachsende soziale Unsicherheit. „Altersarmut ist kein Einzelfall mehr“, sagt Lydia Staltner, Gründerin Lichtblick Seniorenhilfe e.V. „Sie ist für viele Menschen eine reale Angst. Die Politik darf darauf nicht mit Vertröstung reagieren.“


Der stille Skandal: Scham statt Hilfe

Besonders alarmierend ist ein Befund, der mitten ins Herz der Debatte trifft: 12 Prozent der Befragten gaben an, bei eigener Altersarmut keine Form von Unterstützung in Anspruch zu nehmen bzw. nehmen zu wollen – weder vom Staat noch von Familie, Freunden oder Hilfsorganisationen. Hochgerechnet betrifft das Millionen Menschen, die im Ernstfall lieber verzichten würden, als um Unterstützung zu bitten. „Wer 40 Jahre arbeitet, darf im Alter kein Bittsteller sein“, sagt Staltner. „Wenn Menschen aus Scham lieber verzichten, als Hilfe anzunehmen, dann läuft in diesem Land etwas grundlegend falsch.“


Frauen sehen die Gefahr noch deutlicher

Frauen nehmen das Problem Altersarmut deutlich alarmierter wahr als Männer. 51 Prozent der Frauen halten Altersarmut für ein sehr großes Problem, bei Männern sind es 43 Prozent. Auch die persönliche Sorge vor Altersarmut ist bei Frauen stärker ausgeprägt (37 Prozent vs. 32 Prozent bei der Antwort „Sehr besorgt“). Für Lichtblick ist das ein weiterer Beleg dafür, dass die Rentenfrage immer auch eine Frage von Gerechtigkeit ist.


Vier Forderungen gegen Altersarmut

Lichtblick Seniorenhilfe hat deshalb konkrete Reformvorschläge entwickelt. Dazu holte sich der Verein u. a. Unterstützung von Andreas Irion, Präsident des Bundesverbands der Rentenberater e.V. Im Mittelpunkt stehen vier Maßnahmen:

  • Rentenerhöhungen an die Inflation koppeln 
  • Einführung einer inflationsangepassten Mindestrente von 1.500 Euro netto 
  • Erhöhung des Steuerfreibetrags für Rentner auf monatlich 2.000 Euro 
  • Gleiche Löhne für Frauen und Männer per Gesetz 

Für Lichtblick Seniorenhilfe sind das keine Maximalforderungen, sondern notwendige Schritte gegen Altersarmut.


Über Lichtblick Seniorenhilfe e.V.

Lydia Staltner hat 2003 den gemeinnützigen Verein Lichtblick Seniorenhilfe e.V. in München gegründet – seither wurden mehr als 150.000 bedürftige Rentner in ganz Deutschland finanziell unterstützt. Aktuell greift der Verein von vier Büros in München, Deggendorf, Münster und Berlin aus mehr als 31.000 bedürftigen Senioren unter die Arme. Begleitet werden Senioren über 60, die mindestens 20 Jahre deutsche Rentenpunkte gesammelt haben und Grundsicherung im Alter oder Wohngeld bekommen oder deren Rente knapp über der Bemessungsgrenze für Sozialleistungen liegt. Lichtblick hilft den bedürftigen Rentnern schnell und unbürokratisch ein Leben lang – mit Lebensmittelgutscheinen, finanziellen Soforthilfen (für z.B. eine neue Brille, eine neue Waschmaschine oder Medikamente) und Patenschaften von monatlich 35 Euro für die

Erfüllung kleiner Alltagswünsche. Lichtblick wurde bereits mehrfach ausgezeichnet: 2015 erhielt Lydia Staltner für ihre Verdienste die Sozialmedaille des Freistaats Bayern, 2023 sogar das Bundesverdienstkreuz am Bande. Prominente wie Prinzessin Sophie von Bayern, Eckart Witzigmann oder Simone Thomalla unterstützen Lichtblick als Botschafter.


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Pressekontakt:

Christina Meyer: christina.meyer@seniorenhilfe-lichtblick.de, Tel. 089/67 97 10 114
Jan Düring: j.duering@house-of-communication.com, Tel. 089/20 50 4196
Ines Weinzierl: ines.weinzierl@seniorenhilfe-lichtblick.de, Tel. 089/67 97 10 120


Über die Studie

Die Daten dieser Befragung basieren auf Online-Interviews mit Mitgliedern des YouGov Panels, die der Teilnahme vorab zugestimmt haben. Für diese Befragung wurden im Zeitraum 10.04. bis 13.04.2026 insgesamt 2.178 Personen befragt. Die Erhebung wurde nach Alter, Geschlecht, Bildung, Region, Wohnumfeld, Wahlverhalten und politischem Interesse quotiert und die Ergebnisse anschließend entsprechend gewichtet. Die Ergebnisse sind repräsentativ für Wahlberechtigte in Deutschland ab 18 Jahren.

Hier können Sie weitere Informationen zur Studie herunterladen:
Unsere Vorschläge zur Rentenreform
Grafiken zur YouGov-Umfrage

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