Deutschland hat kein Rentenproblem –
Deutschland hat ein Altersarmutsproblem!

40 Jahre Lebensleistung müssen mindestens 1.500 Euro Netto-Rente wert sein.

München
18. Juni 2026
Lichtblick Seniorenhilfe-Gründerin Lydia Staltner.
© Lichtblick

Lydia Staltner, Gründerin von Lichtblick Seniorenhilfe, fordert von der Rentenkommission konkrete Maßnahmen gegen Altersarmut

München – 18. Juni 2026: Kurz vor Vorlage der Empfehlungen der Rentenkommission warnt Lichtblick Seniorenhilfe davor, die Realität von Millionen Rentnerinnen und Rentnern aus dem Blick zu verlieren. Während über Eintrittsalter, Beitragssätze und Finanzierungsfragen diskutiert wird, erleben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Lichtblick täglich die konkreten Folgen von Altersarmut. Im Zentrum der zehn Forderungen von Lichtblick Seniorenhilfe stehen fünf Punkte:

  • 1.500 Euro Netto-Mindestrente nach 40 Jahren Lebensleistung
  • Anhebung des Rentenniveaus um 5 Prozent
  • Steuerfreiheit für Renten bis 2.000 Euro monatlich
  • Solidaritätszuschlag umwandeln in eine zweckgebundene Generationen-Ausgleichsabgabe gegen Altersarmut
  • Gleicher Lohn für Frauen und Männer per Gesetz, gleiche Rente im Alter


Lydia Staltner, Gründerin von Lichtblick Seniorenhilfe, sagt:

„Ich erwarte von der Rentenkommission klare und lebensnahe Antworten auf die soziale Kernfrage: Wie stellen wir sicher, dass Menschen im Alter von ihrer gesetzlichen Rente leben können?

In Kommissionen werden Modelle gerechnet. Wir erleben jeden Tag die Menschen hinter diesen Zahlen. Wer mit 980 Euro Rente leben muss, interessiert sich nicht für Modellrechnungen, sondern dafür, wie die nächste Stromrechnung bezahlt werden soll.

Die Rentendebatte wird noch immer zu oft so geführt, als gehe es vor allem um Prozentpunkte, Modellrechnungen und angebliche Finanzierungsgrenzen. Dabei zeigen aktuelle Berechnungen, zuletzt auch von der Hans-Böckler-Stiftung, dass die gesetzliche Rente robuster ist, als viele Alarmrufe behaupten. Es gibt also Spielraum, um sie gerechter und verlässlicher zu machen.

Unsere Antwort ist klar: Wer 40 Jahre gearbeitet, Kinder erzogen oder Angehörige gepflegt hat, darf im Alter nicht zum Sozialfall werden. 1.500 Euro Netto-Rente nach 40 Jahren Lebensleistung sind das Minimum an Respekt und Gerechtigkeit.

Genauso klar ist: Das heutige Rentenniveau von 48 Prozent ist für viele Menschen eine Rechenillusion. Diese Marke erreicht nur, wer 45 Jahre lang durchgehend eingezahlt hat. Die Realität sieht anders aus. Viele Menschen kommen auf deutlich kürzere Versicherungszeiten. Deshalb muss das Rentenniveau um 5 Prozent angehoben werden.

Altersarmut in Deutschland hat auch zunehmend ein weibliches Gesicht. Schon heute liegen die durchschnittlichen Renten von Frauen bei 980 Euro, die von Männern bei 1.340 Euro. Wer Frauen jahrzehntelang schlechter bezahlt, darf sich über niedrigere Frauenrenten nicht wundern. Altersarmut beginnt nicht erst mit dem Rentenbescheid, sondern oft schon mit der Gehaltsabrechnung. Wenn selbst renommierte Ökonomen sagen, dass eine höhere Erwerbsbeteiligung von Frauen das Rentensystem stabilisiert, dann ist klar: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit ist nicht nur Gleichstellungspolitik, sondern Rentenpolitik.

Kleine und mittlere Renten müssen deshalb endlich spürbar entlastet werden. Renten bis 2.000 Euro im Monat müssen steuerfrei sein. Und wer mehr tragen kann, muss auch mehr Verantwortung übernehmen. Der Solidaritätszuschlag muss als zweckgebundene Generationen-Ausgleichsabgabe in die gesetzliche Rente und in den Kampf gegen Altersarmut fließen.

Die Politik darf Altersarmut nicht länger verwalten, kleinreden oder auf Organisationen wie uns abwälzen. Die gesetzliche Rente muss wieder das leisten, wofür sie da ist: Sie muss Menschen nach einem langen Arbeitsleben vor Armut schützen und ihnen Sicherheit im Alter geben.

Altersarmut betrifft rund 3,5 Millionen Menschen in Deutschland – mit steigender Tendenz. Sie ist kein Schicksal, sondern das Ergebnis politischer Entscheidungen. Und genau deshalb kann sie auch politisch bekämpft werden.“

Hier finden Sie unsere zehn Lösungsvorschläge.

Über Lichtblick Seniorenhilfe e.V.
Lydia Staltner hat 2003 den gemeinnützigen Verein Lichtblick Seniorenhilfe e.V. in München gegründet – seither wurden mehr als 150.000 bedürftige Rentner in ganz Deutschland finanziell unterstützt. Aktuell greift der Verein von vier Büros in München, Deggendorf, Münster und Berlin aus mehr als 31.000 bedürftigen Senioren unter die Arme. Begleitet werden Senioren über 60, die mindestens 20 Jahre deutsche Rentenpunkte gesammelt haben und Grundsicherung im Alter oder Wohngeld bekommen oder deren Rente knapp über der Bemessungsgrenze für Sozialleistungen liegt. Lichtblick hilft den bedürftigen Rentnern schnell und unbürokratisch ein Leben lang – mit Lebensmittelgutscheinen, finanziellen Soforthilfen (für z.B. eine neue Brille, eine neue Waschmaschine oder Medikamente) und Patenschaften von monatlich 35 Euro für die
Erfüllung kleiner Alltagswünsche. Lichtblick wurde bereits mehrfach ausgezeichnet: 2015 erhielt Lydia Staltner für ihre Verdienste die Sozialmedaille des Freistaats Bayern, 2023 sogar das Bundesverdienstkreuz am Bande. Prominente wie Prinzessin Sophie von Bayern, Eckart Witzigmann oder Simone Thomalla unterstützen Lichtblick als Botschafter.

Unsere Bankverbindungen:
Sparda-Bank München: IBAN: DE30 7009 0500 0004 9010 10; BIC: GENODEF1S04
Stadtsparkasse München: IBAN: DE20 7015 0000 0000 3005 09, BIC: SSKMDEMM
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Pressekontakt:
Ines Weinzierl: ines.weinzierl@seniorenhilfe-lichtblick.de, Tel: 089/67 97 10 120
Christina Meyer: christina.meyer@seniorenhilfe-lichtblick.de, Tel: 089/67 97 10 114
Jan Düring: j.duering@house-of-communication.com Tel: 089/ 20 50 4196

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