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Foto: © Foto M.G.

Cornelia M. hatte keinen leichten Start in’s Leben: Als sie drei Jahre alt war, wurde sie der Mutter entzogen und, statt geborgen in einer Familie aufzuwachsen, lebte bis zu ihrem 14. Lebensjahr in einem Heim und anschließend im Internat einer Handelsschule. Als sie mit 21 Jahren endlich volljährig wurde, ging sie nach München und suchte sich Arbeit zunächst als Putzhilfe, dann Barfrau und konnte nach ein paar Jahren endlich in ihren erlernten Beruf als Sekretärin zurückkehren. Doch der nächste Schicksalsschlag ließ nicht lange auf sich warten: Drei Jahre später lernte sie einen Mann kennen und bekam ihren Sohn, den der Lebensgefährte ablehnte. So trennte sich Cornelia M. und sorgte alleine für ihren Sohn und ihr Einkommen. Aus ihrer Kindheit und Jugend war sie es gewohnt, bescheiden zu leben und so schränkte sie sich für ihr Kind noch mehr ein. Da sie ein geselliger Mensch ist, begann sie als Bedienung zu arbeiten. Von ihrem Verdienst konnte sie sich und ihren Sohn durchbringen, aber es war zu wenig, um etwas zurücklegen zu können.

Diese Zeit der Sorgen blieb nicht ohne Folgen: Bald erkrankte sie an einer Depression und zog mit ihrem Sohn nach Niederbayern, denn dort konnte er ein Gymnasium mit angeschlossenem Internat besuchen, so dass sie sich vollstationär behandeln lassen konnte.

Mit 65 Jahren ging Cornelia M. in Rente und statt sich nach dem arbeitsreichen und entbehrlichen Leben auf einen ruhigen Lebensabend freuen zu können, musste feststellen, dass sie fortan nur 588 Euro monatlich erhält – oder, wie Sie selber sagt: „Zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel!“ Nochmals musste sie sich sehr einschränken; aber Cornelia M. hatte das Glück, eine verständnisvolle Vermieterin zu finden:

„Stellen Sie sich vor: Noch nie, also seit 18 Jahren, hat sie mir die Miete erhöht!“

Cornelia M.

Ihre Lebensmittel holt Cornelia M. zu einem großen Teil von der Tafel und gute Freunde von früher helfen ihr immer wieder aus oder laden sie zu einem Ausflug ein. Ihrem Sohn, der aufgrund der Schwerbehinderung seines Kindes selbst finanziell eingeschränkt ist, will sie nicht zur Last fallen. Und so versucht sie ihr Möglichstes, mit ihrer schmalen Rente zurechtzukommen. Dies gelingt ihr im Großen und Ganzen, allerdings gerät sie in Nöte, wenn größere Anschaffungen fällig werden.

Über das Büro Bürgerarbeit in Deggendorf ist sie auf unseren Verein gestoßen und erhält seit Mai 2018 eine unserer Patenschaften. Dank der 35 Euro Spende monatlich kann sie ihren beiden Enkeln zu den Geburtstagen eine Kleinigkeit schenken oder auch einmal zum Kaffee trinken gehen. Dank unserer Lebensmittelgutscheine muss sie auch nicht mehr so häufig zur Tafel gehen – ein kleiner, aber feiner LichtBlick für Cornelia M.

Foto: © Foto M.G.

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