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Foto: © LichtBlick Seniorenhilfe e.V.

Das Telefonat mit Rosamunde A. beginnt mit einem Scherz, denn gerade hatte sie sich ein wenig hingelegt, weil sie nicht so gut beieinander ist. Ist es das Föhnwetter? Nein, die Schwangerschaft, lacht die 81-Jährige.

1938 ist das echte Münchner Kindl geboren – „an der Münchner Wiesn, aber da war ich schon lang nicht mehr, erzählt Rosamunde A.. Die Kriegsjahre waren besonders für die Kinder schlimm. Die Bombenangriffe, ständig in den Keller, all diese Erlebnisse hängen der Rentnerin heute noch nach. Wir hatten nicht viel, aber unten im Haus war ein Kramerladen, und die Besitzerin hat mir und meiner Schwester oft etwas geschenkt dafür bin ich ihr bis heute dankbar.

Ihr Vater, ein Zahnarzt, erkrankte schließlich mit nur 40 Jahren an Multipler Sklerose und musste seine Praxis aufgeben; sie selbst zog im Alter von 14 Jahren zu ihrer Großmutter und besuchte die nahegelegene Klosterschule am Anger. Nach ihrer Ausbildung zur Zahnarzthelferin heiratete sie und bekam eine Tochter: Aber mein damaliger Mann hat es sich schnell anders überlegt, erzählt Rosamunde A., die fortan alleinerziehende Mutter einer zweijährigen Tochter war und gleich wieder in einem Büro zu arbeiten begann. Ohne meine Großmutter hätte ich das nicht geschafft, auch wenn sie meine Tochter etwas verhätschelt hat. Aber ich habe ihr schon viel zu verdanken.

Nach dem Tod der Mutter kümmerte sie sich um ihren pflegebedürftigen Vater, der in einem Heim untergebracht war, und zog mit ihrer Tochter in eine kleine Wohnung.

„Ich habe immer für mich selbst gesorgt, auch als ich in Rente kam.“ Rosamunde A.

„So lange, bis es einfach nicht mehr ging. Es war mir zuwider, Geld vom Staat zu beantragen, aber als eines Tages meine Waschmaschine kaputtging, war es so weit. Damals wurde ihre Rente um 20 DM aufgestockt; heute erhält Rosamunde A. Grundsicherung.

Und obwohl sie unter anderem auf die Tafel angewiesen ist, was ihr aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen immer schwerer fällt, ist sie ein fröhlicher Mensch geblieben.

Foto: © LichtBlick Seniorenhilfe e.V.

Aber ein wahrer Segen war es, als ich vor 16 Jahren Frau Staltner kennenlernte, die gerade LichtBlick gründete. Besonders dankbar bin ich für die 35-Euro-Patenschaft!Und als einmal ihr Fernseher kaputtging, traute sich Rosamunde A. zunächst gar nicht, bei LichtBlick anzurufen, fasste sich schließlich aber doch ein Herz: So schnell konnte ich gar nicht schauen, wie mir geholfen wurde. Für das und für die Veranstaltungen, die mich manchmal aus dem Haus holen, bin ich schon sehr dankbar.

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