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Foto: © Andrea L‘Arronge

Die sympathische Schauspielerin Andrea L’Arronge ist seit vielen Jahren Unterstützerin der LichtBlick Seniorenhilfe. Nun übernahm sie eine zweite LichtBlick-Patenschaft und erzählte uns im Gespräch, was ihr persönlich im Leben wichtig ist.

Durch Ihren lesenswerten Blog bekommt man den Eindruck, Sie seien ein sehr geerdeter Mensch, der mit sich im Reinen ist. Bezeichnen Sie sich selbst als rundum glücklich?

Sagen wir so, ich arbeite daran. Dem Glück muss man ja einen Weg bereiten, bis es von alleine kommt. Zufälligerweise bereite ich gerade eine Lesung zu dem Thema „Glück und wie erlange ich es“ vor. Ich bin selbst noch nicht am Ende der Straße angekommen, das gebe ich gerne zu. Aber zumindest habe ich vor drei Jahren einen Weg gefunden, mich selbst zu verwirklichen. Seit der Trennung von meinem Mann lebe ich mein eigenes Leben, und dabei geht es mir viel besser auf dem Weg zum Glück. Wenngleich das niemals ein Vorwurf an ihn sein soll, denn jeder trifft seine eigenen Entscheidungen im Leben. 

Kann man dem Glück sprichwörtlich auf die Sprünge helfen?

Ja, natürlich kann man hierfür aktiv etwas tun. Man kann beispielsweise meditieren, was in unserem Land oft ganz falsch dargestellt wird. Der Dalai Lama sagte einmal, dass die Menschen oft denken, bei der Meditation setzt man sich nur hin und denkt an nichts. Es gibt aber eine aktive und eine passive Meditation oder eben beispielsweise auch eine Dankbarkeits-Meditation. Dankbarkeit und Mitgefühl sind ja die Grundbedingungen dafür, selbst Freude erleben zu können. Seit ich mich damit beschäftige, kommt mir oft das alte Gedicht in den Sinn: „Willst du glücklich sein im Leben, trage bei zu anderer Glück, denn die Freude, die wir geben, kehrt ins eigene Herz zurück.“ Und das ist im Grunde genommen das, was auch der Buddhismus sagt – eine universelle Lebensformel. Sich also nicht immer nur um sich selbst zu drehen, wozu man in unserer Gesellschaft leider neigt, sondern sich ein bisschen mehr um andere zu kümmern. 

Glück wird immer auch mit Geld in Zusammenhang gebracht … 

Kein Wunder, denn in unserer wirtschaftlich orientierten Welt wird einem ja permanent suggeriert, dass man gewisse Ziele erreichen muss. Frei nach dem Motto: Wenn man nur genug Geld hätte, wäre alles gut. Aber so funktioniert das ja nicht. Man weiß inzwischen auch aus Untersuchungen in der Neurowissenschaft, dass Geld nicht glücklich macht. 

Eine weitere Säule auf dem Weg zum Glück ist übrigens das Thema Akzeptanz, mit dem ich mich seit einigen Jahren beschäftige. Nur wenn ich den Ist-Zustand akzeptiere, komme ich im Leben weiter. Wenn ich immerzu hadere, dann bin ich blockiert. Es sind viele kleine Schritte hin zum Glück – Geld gehört da aber nicht dazu. 

„Eine der Grundvoraussetzungen für das eigene Glück ist es, sich um andere Menschen zu kümmern!“ Andrea L’Arronge

Gab es in letzter Zeit etwas, für das Sie Dankbarkeit empfunden haben? 

Wofür ich in meinem Leben schon immer dankbar war, und zwar auch in der Zeit, als ich mich nicht so frei und glücklich fühlte, war komischerweise, dass ich in einem schönen Bett schlafen darf, nicht friere und morgens heiß duschen kann. Mir war stets bewusst, dass so viele Menschen auf dieser Welt dieses Glück nicht haben. 

Als Kind ist man ja nicht bewusst dankbar, erlebt aber viele intensive Glücksmomente, die sich einprägen. Können Sie sich an solch eine Begebenheit erinnern?

Meine Mutter hat mir erzählt, dass ich mich als Kind im Frühling immer auf die Wiese geworfen und mich wie ein junger Hund gewälzt habe. Ich war wohl damals schon sehr erdverbunden. Und die Natur ist nach wie vor etwas, was mir absolut heilig ist. Ich muss mit meinen Händen in der Erde wühlen und baue auf meiner Terrasse daher auch alles Mögliche an. Mein Traum ist es, irgendwann in Italien zu leben und in meinem Garten Permakultur, also nachhaltige Landwirtschaft, zu betreiben. Die Natur ist also etwas, was mir schon immer Glücksgefühle bereitet hat.

Seit einiger Zeit unterstützen Sie auch LichtBlick. Warum liegt Ihnen das Thema Altersarmut besonders am Herzen?

Weil mir schon ziemlich früh aufgefallen ist, dass sich immer alles um Kinder dreht, die aber selbst noch die Chance haben, etwas zu bewegen. Denn die Ausrede der schlechten Startvoraussetzungen kann man ja nur bis zu einem gewissen Alter gelten lassen – irgendwann muss jeder lernen, dass man sein Glück und seine Fähigkeiten selbst aktivieren kann. Alte Leute können das hingegen oft nicht mehr. Und dennoch wird unglaublich viel mehr für Kinder gespendet als für alte Menschen. Dazu kommt, dass wir in einer Gesellschaft leben, die alte Menschen nicht mehr respektiert und sie fast schon als lästig betrachtet. 

Das rührt vielleicht daher, dass diese Nachkriegsgeneration nicht gerade einfach ist. Ich habe mich mit meinen Eltern auch nicht sehr gut verstanden, denn sie haben wie so viele das Erlebte nicht kommuniziert, sondern in sich vergraben. Heute wissen wir, dass das seelisch kaputtmacht. Gegenüber dieser seelisch kaputten Generation hat sich also irgendwie eine Art Wut oder ein Unverständnis aufgebaut, was ein Umdenken erfordert. Wir müssen begreifen, dass diese alten Leute geehrt werden müssen, denn sie verfügen über wertvolles Wissen und tiefgehende Erfahrungen. Wobei alt zu sein natürlich kein Freibrief für schlechtes Benehmen ist. Mehr Miteinander ist gefragt, und dazu kann ja jeder etwas beitragen, indem er enttäuschte alte Menschen ein wenig mehr unterstützt, was ich jetzt auch versuche. 

Darin liegt auch die Motivation für die Patenschaften?

Ich will jedenfalls keine Dankbarkeit von den Frauen. Eigentlich ist es eher andersherum: Ich hoffe, dass sie sich freuen. Wenn sie sich freuen, bin ich dankbar. 

Zu guter Letzt: Wann werden unsere Leser Sie wieder im Fernsehen sehen? Wie sehen Ihre Pläne aus?

„Soko Kitzbühel“ läuft ja weiterhin. Aber ich bin jetzt 62 Jahre alt, stehe seit über 50 Jahren vor der Kamera und muss feststellen, dass es noch so viele andere Dinge gibt. Wenn irgendwelche schönen Angebote kommen, habe ich natürlich nichts dagegen, aber ich bin auch froh um die Zeit, die ich meinen anderen Interessen widmen kann. Ich bin ein sehr pragmatischer, aber auch spiritueller Mensch und habe mich beispielsweise schon immer für alternative Heilmethoden interessiert – das werde ich weiterhin verfolgen und mich vielleicht noch zur Kräuterfrau ausbilden lassen. 

Vielen Dank für das Gespräch!

www.andrea-larronge.de

Dieses Interview ist ein Auszug aus unserem LichtBlick Magazin.

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